Pediculus humanus capitis Quelle: Wikipedia De Geer, 1778


Kopfläuse sind Blut saugende, flügellose Insekten. Sie zählen zu den Parasiten, die sich von menschlichem Blut ernähren. Kopfläuse haben sich auf die Köpfe von Menschen ‘spezialisiert’.

Ihre besondere Körperform und der schmale, ovale Kopf ermöglichen es der Laus, sich ohne Schwierigkeiten auf dem Kopf fortzubewegen. Bei 20 Grad Celsius kann die Kopflaus ungefähr 30 cm pro Minute zurücklegen. Je höher die Temperatur ist, desto schneller kommt die Laus voran. Kopfläuse haben sechs Beine, die sie zum Festklammern am Haar verwenden können. Im Allgemeinen findet man die Kopflaus hinter den Ohren, am Haarstrich und im Nacken, da diese Bereiche warm und dunkel sind.

Kopfläuse können ihre Farbe der Haarfarbe anpassen, so dass es schwierig ist, sie ausfindig zu machen. Die Farbe der Laus variiert von sandfarben bis hin zu fast schwarz. Nachdem sie sich von Blut ernährt haben, werden sie dunkelrot. Kopfläuse treten am häufigsten bei Kindern zwischen 5 bis 12 Jahren auf.
(vergrößern) Kopfläuse können zwei bis drei Tage ohne Nahrung überleben, zum Beispiel auf Möbeln oder Kleidungsstücken.

Die Eier der Kopflaus werden ‘Nissen’ genannt. Nissen können länger überleben, ungefähr sieben Tage. Das Leben einer Kopflaus ist relativ kurz. Unter normalen Umständen erreichen Kopfläuse eine durchschnittliche Lebensdauer von 30 bis 50 Tagen. Der Lebenszyklus besteht aus drei Phasen: Nisse, Larve und ausgewachsene Laus. Die weibliche Laus kann in ihrem Leben 100 bis 300 Eier legen, im Durchschnitt 6 pro Tag. Die weibliche Laus befestigt ihre Nissen am Haar mit einer Art Klebstoff und nicht mehr als 1 mm von der Kopfhaut entfernt.

Die Nissen sind fest mit dem Haar verklebt, das bedeutet, dass der Abstand zur Kopfhaut mit dem Haar wächst. Der Abstand der Nisse zur Kopfhaut ist eine Möglichkeit, das Alter der Nisse zu bestimmen. 1 cm gleicht einem Monat. Nissen haben eine gelblich-weiße bis braune Farbe und sind ungefähr so groß wie ein Stecknadelkopf.
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Nach spätestens 10 Tagen schlüpft eine Larve aus dem Ei. Nach spätestens 12 Tagen hat sich aus dieser Larve eine ausgewachsene Laus mit 3 - 4 mm Länge entwickelt. Die gesamte Entwicklung von der Nisse zur erwachsenen Laus dauert ungefähr 3 Wochen. Wenn der Befall nicht behandelt wird, wiederholt sich der Lebenszyklus ungefähr alle 20 Tage.

Das bedeutet, dass es sehr gut möglich ist, dass der Kopf Ihres Kindes innerhalb einer relativ kuren Zeit von Kopfläusen übersät ist.


Fortpflanzung Lauseei neben einem Streichholzkopf



Die Kopflaus als Parasit

Übertragung

Der Hauptgrund für die immer noch häufige Verbreitung von Kopfläusen ist, dass die Betroffenen oft nicht genügend über die Vermehrung, die Übertragungswege und über die Bekämpfung Bescheid wissen. Erleichtert wird die Ausbreitung der Kopflaus vor allem, wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben. Bei zusätzlich mangelnder Körperhygiene wird eine Ausbreitung zwar deutlich verstärkt, jedoch ist einzig die mit der Kopflaus verwandte Kleiderlaus ein Zeichen für mangelnde Sauberkeit. Dennoch hält sich der Glaube, dass auch der Kopflausbefall in erster Linie etwas mit mangelnder Sauberkeit zu tun hätte.

Die Übertragung der Kopflaus von Mensch zu Mensch geschieht normalerweise durch direkten Haarkontakt, also zum Beispiel beim Schmusen, Kuscheln oder Necken und wenn Kinder die Köpfe „zusammenstecken“. Aufgrund dieses Übertragungsweges kommt es besonders häufig in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten zur Verbreitung der Kopfläuse.

Kopfläuse können weder springen noch fliegen. 

Daher verbreiten sich Kopfläuse (im Gegensatz zu den Kleiderläusen, die jedoch fast nie auf dem Kopf vorkommen) nur selten über Kopfbedeckungen, Kleidungsstücke oder Kopfkissen. Allerdings können sie zum Beispiel in Bürsten, Kämmen, Hüten oder Kissen rund einen Tag überleben und sich daher auch über diese Gegenstände weiterverbreiten. Aufpassen sollte man aber auch im Kindersitz, beim Fahrradhelm oder generell an Kopfstützen.

Bekämpfung

Entgegen populärer Meinung hat häufiges Waschen der Haare keinen Einfluss auf den Befall mit Kopfläusen. Nissen sind durch einfache Haarwäsche nicht zu entfernen und lassen sich auch nicht ohne weiteres abstreifen. Ebenso sind Saunaaufenthalte, Fönen des Haares oder Benutzung von Trockenhauben keine Bekämpfungsmittel und führen möglicherweise sogar zu einer zusätzlichen Kopfhautschädigung.

Zur erfolgreichen Bekämpfung der Kopfläuse sind verschiedene Methoden bekannt: Zuerst ist der Nissenkamm ein wichtiges Mittel, um gegen die Kopfläuse vorzugehen. Zum leichten Auffinden der Kopfläuse und ihrer Nissen empfiehlt es sich, die Haare mit einem Nissenkamm über einem großen Bogen weißem Papier sehr sorgfältig auszukämmen. Auf dem Papier kann man danach sowohl Haare, an denen Nissen kleben, als auch Kopfläuse relativ gut erkennen.

Im Handel sind ferner insektizidhaltige Shampoos, Gels und Sprays zur Bekämpfung erhältlich.

Jede der im Folgenden genannten Bekämpfungsmethoden sollte streng nach den Vorgaben der Hersteller durchgeführt werden. Bei Anwendung eines Pedikulozides (Mittel gegen Läuse, Läusegift) ist eine Wiederholungsbehandlung nach acht bis zehn Tagen anzuraten, weil die Pedikulozide oft nicht auf die Eier wirken und während dieser Zeit noch Kopfläuse nachschlüpfen können. Unterlässt man die Wiederholungsbehandlung, paaren sich die nachgeschlüpften Kopfläuse und beginnen erneut Eier zu legen; die Behandlung war dann vergeblich.